die erste Regenbogenfamilienfreizeit

in Baden Württemberg – und wir waren dabei 🙂

es war toll, es war Klasse, es war super …. wir haben viele Tolle Familien und Menschen kennen lernen dürfen…. der Junior war mittendrin, statt nur dabei, er hat die Kinderbetreuung gerockt und, wenn es eine Wiederholung gibt, was wir stark hoffen, möchten wir unbedingt wieder dabei sein 🙂

Berauschend ist die Stimme der Presse nicht, es scheint fast so, als wäre es totales Neuland für die Reporterin, aber es ist gut, dass überhaupt berichtet wird, wenn gleich ich mich freue auf die Zeit, in welcher nicht mehr berichtet werden muss, weil es einfach “ ganz normal “ ist, dass Familie auch “ anders “ sein kann / darf und soll!

Hier der Artikel in der Stuttgarter Zeitung:

Familie mal anders

Von  

Es muss nicht immer das klassische Modell Papa-Mama-Kind sein. Das Sozialministerium hat Regenbogenfamilien in einem Modellprojekt zum Austausch eingeladen. Schwule, Lesben und deren Kinder haben eine Woche lang erlebt, wie gut es tut, mal nicht in der Minderheit zu sein.

Zu Gast  im Feriendorf Langenargen: Schwule, Lesben und deren Kinder haben eine Woche lang erlebt, wie gut es tut, mal nicht in der Minderheit zu sein. Foto: Felix Kästle
Zu Gast im Feriendorf Langenargen: Schwule, Lesben und deren Kinder haben eine Woche lang erlebt, wie gut es tut, mal nicht in der Minderheit zu sein. Foto: Felix Kästle

Langenargen – Die Frage kann Dylan nicht mehr hören­. Wie es ist mit zwei Müttern? Ohne Vater. In einer Familie, in der sich zwei Frauen entschieden haben, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. „Für mich ist es völlig normal“, sagt der 17-Jährige aus Konstanz und verdreht die Augen. „Ich hatte nie Probleme damit.“ Ganz offen seien seine Mütter mit dem Thema lesbische Elternschaft­ umgegangen; dort, wo es Erklärungsbedarf gab, griffen sie ein.

„Meine Mama hat ein Buch geschrieben und es meiner Klasse gegeben“, erinnert sich Dylan an den Beginn seiner Schulzeit. „Die Geschichte unserer Familie. Ein Buch für lesbische Familien mit Wunschkindern durch Samenspende“, heißt der schmale Band mit vielen Zeichnungen. Er hat Dylan erspart, sich ständig rechtfertigen zu müssen dafür, dass er in einer Regenbogenfamilie aufwächst, in einer kunterbunten Familienkonstellation, wie sie in Deutschland immer häufiger zu finden ist.

In Langenargen am Bodensee sind sie zu einer einwöchigen Freizeit in den Herbstferien zusammengekommen, ein Modellprojekt, initiiert vom baden-württembergischen Sozialministerium: mehr als 70 Teilnehmer, vom Baby bis zur verpartnerten Professorin, vom Schüler bis zur Sozial­pädagogin. Ganz klassisch: Mama, Mama, Kind, manchmal auch gleich mehrere. Oder eher die Ausnahme, die Queer-Familie: Zwei Homopaare, eines männlich, eines weiblich, zu viert ziehen sie ihren Nachwuchs auf. Auch Pflegeeltern sind dabei, gleichgeschlechtliche Paare, die mithilfe des Jugendamtes Pflegekinder auf Zeit oder auch dauerhaft in ihrer Familie aufgenommen haben. In der Ferienanlage der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind diejenigen, die überall sonst in der Minderheit sind, in der Mehrheit. Familien, die ihresgleichen suchen, können sich kennenlernen und vernetzen. Sie erfahren mehr über die Tücken des Abstammungsrechts – und die Kinder lernen in Rollenspielen, wie sie mit den Fragen umgehen können, denen sie am liebsten aus dem Weg gehen würden.

Die traditionelle Familie bekommt zunehmend Konkurrenz

Seit 2001 das Lebenspartnerschafts­gesetz den rechtlichen Rahmen schuf für neue Lebensmodelle und mit der Ehe für alle Anfang Oktober nachgelegt wurde, bekommt die traditionelle Familie zunehmend Konkurrenz. Rund 95 000 Paare haben sich in Deutschland für eine gleich­geschlecht­liche Lebens­gemeinschaft entschieden, so die Zahl des Statistischen Bundesamts für 2016. Knapp die Hälfte davon­ hat die Ehe light, die eingetragene Lebenspartnerschaft, vollzogen. Tausende Kinder wachsen in Deutschland in Familien mit lesbischen oder schwulen Eltern auf. „Wir wollen nicht nur Toleranz, sondern Akzeptanz und rechtliche Gleichstellung“, sagt Katharina Binder vom Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Baden-Württemberg, der die Freizeit mitorganisiert hat. Noch immer existierten viele gesellschaftliche Vorbehalte – und längst nicht alle Homosexuellen lebten geoutet, sagt Binder.

Welche Schwierigkeiten gleichgeschlechtliche Paare zu überwinden haben, weiß die 50-Jährige ganz genau. Die Sozialarbeiterin und ihre Partnerin waren die Ersten im Landkreis Esslingen, die als Lesbenpaar ein Pflegekind aufnahmen. „Die Frau vom Jugendamt wollte uns auf keinen Fall einen Jungen vermitteln“, erinnert sich Binder. Ein Junge brauche schließlich einen Vater, hieß es damals hinter vorgehaltener Hand. Doch die Betreuung der heute 14-jährigen dunkelhäutigen Pflegetochter lief so gut, dass beim Jugendamt bald Einsicht einkehrte. Es war froh darüber, dass Binder und ihre Partnerin ihre unkonventionelle Familie noch öffneten für einen Jungen – einen inzwischen Elfjährigen –, mit einem Aufmerksamkeitsbedarf, der kaum zu decken ist.

Mit Hilfe eines anonymen Samenspenders zum Wunschkind

Glücklich über ihr Wunschkind sind auch die beiden Mütter Anne und Daniela aus Freiburg. Während Daniela der fünfmonatigen Katalin die Brust gibt, erzählt die 49-jährige Anne vom Gang zur Kinderwunschklinik, die den beiden half, einen anonymen Samenspender zu finden. Ein Dutzend Versuche waren erfolglos, erst mit einer künstlichen Befruchtung klappte die Schwangerschaft. „Es war ein langer Prozess, aber er hat sich gelohnt“, sagt Anne und nimmt Katalin zu sich auf den Arm.

Nicht verstehen kann Anne, dass das Baby­ zwar in ihre eingetragene Partnerschaft hineingeboren wurde, sie als Co-Mutter aber keinerlei Rechte hat. Erst nach der Geburt kann die Stiefkindadoption beantragt werden, ein Prozess, der dauert, ein halbes Jahr mindestens. „Anne darf eigentlich nicht einmal mit der Kleinen zum Arzt gehen, sie hat kein Auskunftsrecht“, ärgert sich die biologische Mutter Daniela. Nicht fassen können es die beiden Frauen, dass selbst mit der Ehe für alle die Stiefkindadoption nicht wegfällt. „Was geändert werden muss, ist das Abstammungsrecht“, sagt Anne. Da müssten die Politiker noch dringend nacharbeiten.

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