Grad der Behinderung “ GdB “ und Merkzeichen

…….. irgendwie ist das ziemlich traurig – da kommt ein Baby auf die Welt und eigentlich sollten sich die Eltern erst mal nur auf das “ Neue “ – Leben, den Alltag, den Rhythmus etc. – konzentrieren und daran gewöhnen dürfen…. nicht so bei Eltern mit besonderen Kindern ( und damit meine ich alle Kinder, die mit einem Handicap geboren werden ) da stehen andere Dinge im Vordergrund, die Diagnose, die Gesundheit, die Therapie, die Frühförderung, die eigenen Gedanken, auch die zerfressende Frage nach dem “ Warum wir “ – alles und ich meine alles steht erst mal auf dem Kopf – dies bestätigten mir auch viele Eltern, die bereits vor Geburt wussten, dass sie eine besondere Herausforderung erwartet….. Dann bekommen die Eltern – meist noch in der Klinik – den Tip, zeitnah die Schwerbehinderteneigenschaft des Kindes beim jeweiligen Versorgungsamt zu beantragen – wir haben zusätzlich noch den Hinweis / die Info bekommen, dass es hier bei uns in der Stadt jeden Donnerstag eine Aussensprechstunde des eigentlichen Versorgungsamtes gibt….. und wir das doch jetzt schon machen sollten, um hinterher nicht in die Erklärungsnot zu rutschen, warum wir denn erst jetzt beantragen, wo die Diagnose doch schon so lange bekannt sei…… Gut die Kliniken geben nur das wieder, was sie bereits erlebt haben!

Also haben wir uns an einem Donnerstag auf in die Stadt gemacht und sind vorstellig geworden, alles echt völlig unproblematisch, Antrag direkt vor Ort ausgefüllt, den Entlassungsbrief der Klinik in Kopie beigelegt…… 6-8 Wochen, dann haben wir den Bescheid…… Klingt total easy, für uns mental eine echte Herausforderung, unser Sohn ist nicht behindert ( wir tun uns noch heute mit diesem Wort sehr, sehr schwer….. ) er ist einfach anders, behindert ist nicht nur in UNSEREN Köpfen negativ belegt 😦  – wir wollen diese Schublade für unseren Sohn nicht…… aber so heisst das nunmal!

Mit dem Schritt aus dem Amt, war der Gedanke im Kopf abgehakt und verschwunden….. der Bescheid kam und dann erst habe ich mal in den verschiedenen Foren umher gelesen und bin ja echt ziemlich hart gefallen…. jedes Versorgungsamt gruppiert selber ein, d.h. zwei Kinder mit der gleichen Diagnose, gleiches Alter, gleiche Nebendiagnosen werden nicht gleich eingruppiert….. Junior hat 50% H bekommen – ein Mädchen, welches wir mittlerweile kennen ( gleiches Versorgungsamt ) hat nach dem Widerspruch 100% H,G,B bekommen, in anderen Bundesländern ( BL ) gibt es das bereits beim Antrag, wiederum in anderen BL gibt es mit Herzfehler “ nur “ 40% – das macht mich echt sauer…. die Eltern müssen sich informieren, und sich rechtsberaten lassen und sind wir doch mal ehrlich, was bedeutet es in diesem Alter der Kids? das B bedeutet nix anderes, als dass ich als Begleitperson meines Kindes nicht für den öffentlichen Nahverkehr bezahlen muss….. und zumindest ICH fahre nicht mit meinem Sohn freiwillig in überfüllten Straßenbahnen mit tausenden vor sich hin rotzenden Fahrgästen Anderen, nein ich fahre mit meinem Sohn zur Therapie, um jetzt schon dafür zu sorgen, dass er sich gut entwickelt und dass er nach Möglichkeit eine normale regelzeitliche Entwicklung durchlaufen kann, um dann, seinen Alltag so gut und so allein wie möglich meistern zu können. Aber muss ich wirklich dafür kämpfen, dafür mich aufreiben, dass unsere Therapietage einfacher werden…. ja es scheint ganz so…. Wir haben jetzt Widerspruch eingelegt, dummerweise ist die 4 Wochen Frist schon rum, mal gespannt bin…. aber wir haben es vorher einfach nicht geschafft, und um auf den Eingangssatz zurück zu kommen, traurig finde ich, dass ich überhaupt dafür Zeit abzwacken muss…. dass es Eltern und / oder Angehörige von Menschen mit Handicap nicht besonders einfach haben, das war mir wohl schon bewusst, aber dass die Hürden gleich zu Beginn so hoch sind, das dann doch nicht…..

Und sollte sich jetzt irgendwer da draussen an den Kopf fassen und der Meinung sein, dass alle Babys Hilfe brauchen, dann gebe ich diesen Menschen sogar Recht….. ABER wohl kaum ein Elternteil eines “ Regelbabys “ setzt sich nach der Geburt mit Therapiemöglichkeiten auseinander und fährt auch nicht dreimal die Woche mit dem Baby zur Therapie ( und ich rede jetzt nicht von freiwilligen PEKIP , Massage, Yoga , oder sonstigen Just for Fun Kursen ) und von dem ganzen zusätzlichen Kram daheim ganz zu schweigen….. für uns ist ein Babyalltag ein Fremdwort, unser Kopf teilweise wegen Überfüllung geschlossen, und trotzdem genießen wir jede Minute mit unserem Sonnenschein, und wollen ihn nicht missen, er bringt uns zum Lachen, macht uns Freude und lässt uns so manches ganz schnell vergessen……

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Ämter

Eine Antwort zu “Grad der Behinderung “ GdB “ und Merkzeichen

  1. Kristina

    Es ist schlimm, zu wissen, in was für einem „Ekelstaat“ wir leben 😦

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